Posts Tagged ‘Stil’

Dabke

Dabke wird meistens bei Festen und auf Hochzeiten getanzt. (Beispielvideos) Es ist ein Reihentanz, der Kontakt ist entweder durch Halten der Hände oder auch Umfassen der Schultern. Das Wort stammt aus dem Arabischen und wird meist für die Reihentänze des nahen und mittleren Ostens genutzt. Es gibt noch viele andere Namen für bestimmte Dabkes, die in ihren Schritten und der Musik variieren.

Beim Dabke wird in der Regel eine Darbuka (Bechertrommel) benutzt der Trommler kann das Tanztempo erhöhen indem er schneller und lauter trommelt, man darf sich von der vermeintlichen Einfachheit des Tanzes nicht blenden lassen, denn die Schritte werden vom ersten Tänzer vorgegeben und vielseitig variiert. Dieser Anführer ist typisch für diese Art von Reihentänzen. In manchen Kulturen hält er die Hand in bestimmten Positionen nach oben oder schwingt ein Tuch , eine (Gebets-) Kette oder ähnliches..

Man vermutet den Ursprung solcher stampfenen Tänze in alten Zeiten, als die Häuser noch lehmböden hatten. Alljährlich vor Einbruch des rauhen Winters musste dieser erneuert werden. In einer dörflichen Gemeinschaft, die keine abgrenzenden Gartenzäune sondern gemeinsames Arbeiten schätzte, bat der jeweilige Hausbesitzer Nachbarn und Freunde um Hilfe. Die Männer hielten sich an den Händen und stampften den Lehm fest, um effektiv zu sein, musste dies natürlich in einem gemeinsamen Schritt und Rhythmus erfolgen. Als diese Arbeit später durch eine Steinrolle übernommen wurde, hatte sich die Tradition ihren Platz als Tanz schon erobert.

Lustiges und Amüsantes

Weltrekord

Im Jahr 2007 wurde in Akko eine menschliche Schlange aus 2,743 Leuten gebildet und 7 Minuten lang Dabke getanzt, damit wurde der bisherige Weltrekord mit 1.700 Menschen in Toronto gebrochen.

Ein sehr amüsanter Spot von MTVarabia mit trashiger 60′s-Optik:

Noch mehr davon gefällig?

arabisches Musical aus den 70ern
Baby-Dabke

Darbuka- Trommeln- Einführung

Wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid:

Fangen wir bei der Königin unter den “Bauchtanz-Instrumenten” an: Die Darbuka
Sie wird auch zu den “Kelchtrommeln” gezählt . Bei der persischen Version (‘Tonbak’-andere Spielweise!!)kann man diese Form auch noch gut nachvollziehen. Ihr charakteristischer Klang findet sich in der Musik des nahen und mittleren ostens aber auch in Griechenland und allgemein auf der Balkanhalbinsel. Ich möchte an dieser Stelle auch die gängigen Bezeichnungfehler aus der Welt räumen. Es stimmt, dass es für die Darbuka viele Namen gibt(), aber der Begriff ‘Tabla’ bezeichnet eine primär in Indien und Pakistan gespielte Doppeltrommel.

Tabla

Tabla

Sie ist stark mit religiösen Aspekten verbunden. Diese verwechslung kommt daher, das im ägyptischen Sprachraum die Trommel als Tablah bezeichnet wird. Der korrekte Begriff für die arabische Kelchtrommel bleibt aber immernoch Darbuka.

Darbuka

Darbuka


Tonbak

Tonbak


Eine Einleitung zum ersten schnuppern findet ihr hier.
Weiterführend gibt es einen netten youtube-Kanal von Pacerman.

Dann noch die wirklich empfehlenswerten Online-Tutorials von David Kukherman, die sowohl Darbuka- als auch Tonbek- sowie Riq-Anleitungen beinhalten:

David Kukhermann

Direktlink zu
Percussion.netdort findet ihr weitere interessante Trommel-Videos.

Kathakali

Kathakali Tänzer

Kathakali Tänzer

Die aus der südindischen Region stammende Tanz/Theatherform des Kathakali ist hierzulande eher weniger bekannt. Deshalb möchte ich ich eine kleine Einführung geben. Beginnen wir mit einem kleinen, amüsanten Einblick in die Technik:

‘Augentrommelsolo’:

Die besondere Bedeutung der Gestik und Augenbewegungen findet man zwar auch in anderen Tänzen, aber im Kathakali erfährt dies eine noch größere Bedeutung, da vor allem die großen Charaktere in ihren Kostümen recht eingeschränkt sind. Eswerden fast ausschließlich Dämonen oder Götter aus der hinduistischen Mythologie dargestellt, und Mimik sowie Gestik sind künstlich überhöht und auf eine gewisse Anzahl von Ausdrucksformen (z.B. mutig, wütend, liebreizend, eifersüchtig) beschränkt. Typisch für Kathakali ist, dass alle Rollen, auch die weiblichen, von männlichen Darstellern gespielt werden.

Kathakali ist überwiegend im südindischen Bundesstaat Kerala angesiedelt. Kathakali wird als eine der ältesten Tanzformen angesehen. Es ist eine spektakuläre Mischung aus Drama, Tanz, Musik und Ritual. Charaktere mit lebendig bemalten Gesichtern und aufwändigen Kostümen erzählen Geschichten aus den Hindu-Epen Mahabharata und Ramayana.
Die Darsteller spielen und tanzen pantomimisch, von gelegentlichen Schreien oder Rufen abgesehen, während die Handlung von einem oder zwei Musikern, die sich im Hintergrund halten, gesungen wird. Mimik, Gestik und Choreografie erfordern ein hohes Maß an Disziplin. Die Ausbildung von Kathakali- Tänzern beginnt typischerweise schon im Kindesalter, und dauert bis zu 10 Jahre.

Ryan , der furchtlose Weltenbummler, hat eine schöne,kleine Reportage über sein Abenteuer als Kathakali-Tänzer in Kerala gemacht: VIDEO

In diesem Video kann man auch das langwierige Prozedere des Ankleidens beobachten.

Die Kathakali-Kostüme sind sehr aufwendig, dafür wird aber auf jegliches Bühnenbild verzichtet. Die wichtign Figuren tragen charakteristische, großen weite Röcke.
Dessen Unterröcke bestehen aus gestärkten, zusammengerafften Laken, die in 3-4 übereinanderliegenden Schichten um den Bauch des Tänzers gewickelt werden. Je mächtiger der Charakter, desto mehr Volumen bekommt der Rock.
Über das Kathakalitütü wird dann ein prächtiger Überrock gelegt.
Am Oberkörper weden dazu werden weite Jacken getragen, die auf dem Rücken zusammengebunden werden.

Danach wird der Tänzer mit zahlreichen, vorwiegend goldfarbenen Ornamenten geschmückt. Anschließend kommen dazu nach und nach Bauchgürtel, Brustschild und Halskette, Schulterplatte und Band, Armreifen und Armband, Ohrringe und Stirnschmuck und die reichverzierte schwere Krone, die je nach Charakter eine andere Form hat. Dazu werden lange künstliche Haare getragen.
Die Ornamente sind aus Holz geschnitzt, werden mit dünner Goldfolie beschichtet und mit bunten Glassteinen verziert. Das Kostüm kann bis zu 20 Kilo wiegen. Zum Ankleiden stehen zwei Helfer zur Verfügung. Der Vorgang des Einkleidens von Unterrock bis Krone dauert etwa 30-45 Min.

Eine kleine Besonderheit zum Thema ist mr noch bei meinen Streifzügen durchs Netz aufgefallen:
Deutsche Kathakali-Tänzerin:

(Quellen Wikipedia,Rupiya,Namjira)

Hagalla

‘Hagalla’ kann sowohl die Bezeichnung für einen beduinischen Brautwerbetanz, für eine typische Tanzbewegung darin als auch für die tanzende Frau an sich sein.
Das Wort zunächst stammt ab vom (ägyptisch-) arabischen Wort “hagala”, = hüpfend/schlurfend laufen/gehen. Und die Fröhlichkeit, die das Grundwort an sich schon in der Wurzel bei der Vorstellung eines umherhüpfenden Menschen in sich trägt, bestimmt auch tatsächlich den aus der südägyptischen/lybischen Region stammenden Tanz.
Prägend sind die hüftbetonten, meint kontinuierlich getanzten kleinen Schritte und Gangarten, die weite Beckenbewegungen, hauptsächlich vertikal aber auch horizontal aufzeigen. Eine dieser Kombinationen wird in westlichen Gefilden meist als “Hagalla-Schritt” bezeichnet.

Hagalla

Hagalla


Die Tänzerin trägt einen typischen, mit Volants besetzten Überrock, der die Hüftbewegung betont, der tanzende Mann meist einen Schal. (‘Smeda’) Ein weiteres typisches Merkmal des Hagalla sind die Hagalla-Stiefel sowie die klatschende, rythmische Begleitung.

Der Tanz an sich variiert in Ausführung und Bedeutung von Stamm zu Stamm. Die zentrale Bedeutung aber bleibt das Werben um die Braut und die Demonstration der eigenen Kondition.

Hier eine schöne, impulsive und fröhliche Bühnenversion.
(allerdings hier ohne Stiefelchen :( )

Ein weiteres Video mit einer Kostümvariante einer Bühnendarbietung findet sich hier.

Interessantes und Amüsantes:
amüsant-frustrierten Erfahrungsbericht einer Hagalla-Schülerin gibt es bei Sibel: Hagalla-oh nein!

Stilübersicht

Eine generelle Übersicht der geläufigen Stile, die unter dem Begriff ‘orientalischen Tanz’ zusammengefasst werden, findet ihr hier:

Stilübersicht

Khaleegy

    Chalidschi

(arabisch خليجي‎, DMG Ḫalīǧī, auch Khaleeji, Khaleji oder Khalejee) ist die die Bezeichnung für
a) die traditionelle Musik der Arabischen Halbinsel und wird auch Golf-Musik genannt. Die Musik gilt als die urarabische Musik. Sie wird in der Golfregion (Saudi Arabien, Kuweit, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Oman, Jemen und im Bahrain) gespielt.
b) die dazugehörige Tanzform

Die Übersetzung des Begriffes bedeutet “golfig” /”zum Golf gehörend” Die Herkunft und Verbreitung des Khaleegy liegt in den Arabischen Golfstaaten, dem südlichen Irak (genauer: Kuweit, Vereinigte Arabische Emirate, Qatar) und in Teilgebieten Saudi-Arabiens. Zur Tanzbegleitung wird ebendiese Musik aus der Region des Persischen Golfes (der arabischen Golfstaaten) verwendet, Sie ist entsprechend den Herkunftsländern mit stark rhythmischer Dominanz untersetzt.


Musik:

Vor der Islamisierung war die regionale Musik die Beduinenmusik, ein Vorläufer der Chalidschi-Musik. Die heutige Chalidschi-Musik ist ihr zum Teil noch ähnlich.
Durch die Verbreitung des Islams wurde auch die Musik der Arabischen Halbinsel verbreitet. Sie wurde durch die Araber weit in die Wüste der Arabischen Halbinsel und dann in die Mashrek-Staaten (Ägypten, Libanon, Syrien, Palästina und Jordanien) so wie in den Mittleren Osten (Irak) gebracht. Erst später wurde die Chalidschi-Musik auch in den Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen) gebracht.
Erst später entwickelten die jeweiligen Gebiete ihre eigenen Musikrichtungen. So blieb die Chalidschi-Musik bis heute die regionale Musik in der Golfregion. In den anderen Gebieten veränderten sich die Richtungen. Im Maschrek entwickelte sich die Bilad asch-scham-Musik, im Maghreb die Maghrebiya-Musik und im Irak die al-ʿiraqiya-Musik.

Tanz:
Der Tanz an für sich, also der Khaleegy wird aber auch in den dortigen Regionen als Raqs Na’ashat oder Samri bezeichnet und in Deutschland auch als “Haartanz”. Dies ist aber ein westlicher und recht ungenauer Begriff für den Khaleegy. Dieser spezielle Tanz gehört zwar zu den Tänzen der arabischen Welt, ist jedoch nicht als sogenannter “Bauchtanz” oder “bauchtanzähnlich” zu betrachten.

Die Tänzerin trägt für den Khaleegy ein überlanges, weites Kleid, das mit wertvollen und reichhaltigen Stickereien verziert ist. Dieses wird nur zum Tanzen über die andere Kleidung gezogen. Die Haare der Tänzerin (oder der Tänzerinnen) sollten möglichst lang sein und werden offen getragen. Diese Besonderheit und die Art, wie die Haare im Tanz hin- und hergeschwungen werden, ist der Grund wie dem Khaleegy in Deutschland der Namen “Haartanz” gegeben wurde.
Ursprünglich wurde dieser Tanz vor allem bei der feierlichen Zusammenkunft von Frauen und nur von Frauen getanzt. Die Frauen tragen bei zum Tanz ein Überkleid und das normalerweise lange Haar der Frauen ist gelöst. Im Tanz wird das Haar ab und zu von einer Seite des Kopfes auf die andere geworfen. Beim Tanzen ist ein Fuß flach, der andere auf den Ballen gestellt. Diese Fußstellung führt bei der Tänzerin zu einem leichten “Hinken”, bzw. einer leichten Auf- und Abbewegung des Körpers. Dieser “hinkende Tanzschritt” ist typisch für den Khaleegy. Wie immer bei arabischen Tänzen wird die Musik (der Text) von der Tänzerin mimisch und gestisch interpretiert. Heutzutage wird der Tanz auch als “Gesellschaftstanz” angesehen und er ist inzwischen sowohl von Männern, als auch von Frauen bei Partys u.ä. Anlässen zu sehen.

Quelle: namjira, wikipedia

Säbeltanz

Ursprung:

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    Der Ursprung des heutigen Säbeltanzes, wie er auf den Bühnen gezeigt wird, ist nicht genau zu definieren. Tänze mit Schwertern, bzw. Messern werden z.B im Libanon aufgeführt. Bei einigen schiitischen Festen sind Männer zu beobachten, die mit Säbeln und Messern tanzen. Auch in Ägypten gibt es traditionelle Tänze mit Messern und Säbeln. So kennt auch die indische Kampfkunst Kalarippayat choreographierte Darbietungen mit Säbeln.
    Einen weiteren (Nicht gesicherten) Ursprung könnte eine beduinische Hochzeitszeremonie liefern, bei der der Mann seiner Braut sein Schwert (als Symbol seiner Ehre) übergibt. Eher aus neuerer Zeit stammt wohl die persische Hochzeitstradition, dem Brautpaar das Messer, welches zum Anschneiden der Torte dient, abzunehmen. Die Diebin (meist eine nahe Verwandte) tanzt dann damit, bedroht die anderen Gäste und gibt es erst gegen Geld wieder heraus. Es gibt also viele mögliche Quellen für die heutige Bühnenform.

      Der Tanz an sich:

    Der Säbel wird in die tänzerische Darbietung eingebaut (Drehungen um den Körper, ‘Bedrohung’ des Publikums, etc.) und auch auf dem Kopf und anderen Körperpartien balanciert. Getanzt wird hierzulande meist mit einem extra für den Tanz ‘falsch’ ausgewogenem Säbel, (Ein echter Säbel hat den Scherpunkt kurz hinter dem Heft und ist schwerer zu balancieren),aber auch mit echten Säbeln. Häufig werden alte, indische Militärsäbel oder deren Nachbildungen genutzt. Die Darbietungen reichen dabei von einer mystischen Atmosphäre bis hin zu wilder, aktionsreicher Performance. Häufig wird von der Tänzerin eine Bodentanz-Passage eingebaut. Aufgrund dessen sieht man viele Tänzerinnen in Hosenkostümen, die unerwünschte Einblicke verhindern. Meist wählen die Tänzerinnen dunklere Farben (schwarz, dunkelrot) für ihre Kostüme.

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