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Kathakali

Kathakali Tänzer

Kathakali Tänzer

Die aus der südindischen Region stammende Tanz/Theatherform des Kathakali ist hierzulande eher weniger bekannt. Deshalb möchte ich ich eine kleine Einführung geben. Beginnen wir mit einem kleinen, amüsanten Einblick in die Technik:

‘Augentrommelsolo’:

Die besondere Bedeutung der Gestik und Augenbewegungen findet man zwar auch in anderen Tänzen, aber im Kathakali erfährt dies eine noch größere Bedeutung, da vor allem die großen Charaktere in ihren Kostümen recht eingeschränkt sind. Eswerden fast ausschließlich Dämonen oder Götter aus der hinduistischen Mythologie dargestellt, und Mimik sowie Gestik sind künstlich überhöht und auf eine gewisse Anzahl von Ausdrucksformen (z.B. mutig, wütend, liebreizend, eifersüchtig) beschränkt. Typisch für Kathakali ist, dass alle Rollen, auch die weiblichen, von männlichen Darstellern gespielt werden.

Kathakali ist überwiegend im südindischen Bundesstaat Kerala angesiedelt. Kathakali wird als eine der ältesten Tanzformen angesehen. Es ist eine spektakuläre Mischung aus Drama, Tanz, Musik und Ritual. Charaktere mit lebendig bemalten Gesichtern und aufwändigen Kostümen erzählen Geschichten aus den Hindu-Epen Mahabharata und Ramayana.
Die Darsteller spielen und tanzen pantomimisch, von gelegentlichen Schreien oder Rufen abgesehen, während die Handlung von einem oder zwei Musikern, die sich im Hintergrund halten, gesungen wird. Mimik, Gestik und Choreografie erfordern ein hohes Maß an Disziplin. Die Ausbildung von Kathakali- Tänzern beginnt typischerweise schon im Kindesalter, und dauert bis zu 10 Jahre.

Ryan , der furchtlose Weltenbummler, hat eine schöne,kleine Reportage über sein Abenteuer als Kathakali-Tänzer in Kerala gemacht: VIDEO

In diesem Video kann man auch das langwierige Prozedere des Ankleidens beobachten.

Die Kathakali-Kostüme sind sehr aufwendig, dafür wird aber auf jegliches Bühnenbild verzichtet. Die wichtign Figuren tragen charakteristische, großen weite Röcke.
Dessen Unterröcke bestehen aus gestärkten, zusammengerafften Laken, die in 3-4 übereinanderliegenden Schichten um den Bauch des Tänzers gewickelt werden. Je mächtiger der Charakter, desto mehr Volumen bekommt der Rock.
Über das Kathakalitütü wird dann ein prächtiger Überrock gelegt.
Am Oberkörper weden dazu werden weite Jacken getragen, die auf dem Rücken zusammengebunden werden.

Danach wird der Tänzer mit zahlreichen, vorwiegend goldfarbenen Ornamenten geschmückt. Anschließend kommen dazu nach und nach Bauchgürtel, Brustschild und Halskette, Schulterplatte und Band, Armreifen und Armband, Ohrringe und Stirnschmuck und die reichverzierte schwere Krone, die je nach Charakter eine andere Form hat. Dazu werden lange künstliche Haare getragen.
Die Ornamente sind aus Holz geschnitzt, werden mit dünner Goldfolie beschichtet und mit bunten Glassteinen verziert. Das Kostüm kann bis zu 20 Kilo wiegen. Zum Ankleiden stehen zwei Helfer zur Verfügung. Der Vorgang des Einkleidens von Unterrock bis Krone dauert etwa 30-45 Min.

Eine kleine Besonderheit zum Thema ist mr noch bei meinen Streifzügen durchs Netz aufgefallen:
Deutsche Kathakali-Tänzerin:

(Quellen Wikipedia,Rupiya,Namjira)

Lotus-Hände

(oder auch ‘Täubchen’ oder ‘verdrehte Hände’) :)

Für alle, die sich immernoch bei dieser Figur die Finger verdrehen, eine kleine Abhilfe: (englisch!)

Mudras

Die Handgesten des klassischen indischen Tanzstiles Bharata natyam schön im Video zusammengefasst:

Und noch die englische Beschreibung der einzelnen Mudras:
Mudras

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